„Zukunftsfähige, starke und kundenorientierte Sparkasse!“

Donaustauf. Bei der traditionellen Frühjahrsklausur der CSU Kreistagsfraktion sollte es eigentlich um das Zahlenwerk des Haushalts 2016 gehen. Die aktuellen Ereignisse um die regionale Sparkasse stellten jedoch ein anderes Thema in den Vordergrund. „Die Sparkasse ist solide und gut aufgestellt.“ So die Beurteilung. Gleichzeitig liegt der Fraktion aber sehr viel an einer „zukunftsfähigen, starken und kundenorientierten Sparkasse“ und stellt deshalb in einem 4-Punkte-Antrag Bedingungen zusammen die dies gewährleisten sollen. Der Kreistag soll in der nächsten Sitzung über diese Beschlussempfehlung an die Mitglieder des Sparkassenverwaltungsrates aus dem Kreistag abstimmen.

Die Fraktionsmitglieder sind sich einig: Das deutlich veränderte Kundenverhalten und das anhaltende Niedrigzinsniveau erfordern eine Überprüfung der Geschäftsstrategie der Sparkasse.

Die CSU Kreistagsfraktion fordert jedoch, dass mit den geplanten Umsetzungen der Strategie 2020 der Sparkasse Regensburg der Landkreis und seine Gemeinden, sowohl in der Kundenausrichtung, als auch in der steuerlichen Berücksichtigung, nicht abgehängt werden dürfe. Die Kreisräte haben deshalb einen 4-Punkte Plan erarbeitet.

Zum einen soll nach dem Motto der Sparkasse „Gut für die Region“ der „Erhalt eines flächendeckenden Netzes von Standorten gewährleistet sein“ und an einer „überwiegenden Anzahl“ der von Filialschließung betroffenen Ortschaften ersatzweise SB-Standorte bzw. Geräte installiert werden. Fraktionsvorsitzender Peter Aumer –der zugleich auch Verwaltungsrat der Sparkasse ist, meint dazu: „Wenn eine Festlegung im Verwaltungsrat erfolgt, wie viele Filialen tatsächlich geschlossen werden, ist auch eine Festlegung zu treffen, dass zumindest Geldautomaten und andere SB Geräte in diesen Gemeinden aufgestellt werden. Die Versorgung mit Bargeld muss auch zukünftig in den Landkreis Gemeinden gewährleistet sein.“ Die CSU Fraktion fordert, dass der Großteil der zuschließenden Filialen in SB Standorte umgewandelt werden.

Zweite Maßnahme sollte die Einführung einer mobilen Geschäftsstelle sein. Peter Aumer zieht hier Vergleiche zu anderen Sparkassen die auch die Zukunftsstrategie umsetzen. „Die Sparkasse Nürnberg führt beispielsweise Sparkassenbusse ein um weiterhin das komplette Geschäftsgebiet der Sparkasse mit Serviceleistungen wie z.B. Bargeld oder Kurzberatungen zu versorgen.“ Aumer unterstreicht: “Trotz Zukunftsausrichtung dürften wir die älteren Kunden nicht abhängen, die mit SB-Geräten nicht so fit sind.“

Die dritte Säule des CSU Papiers befasst sich mit der Gewinnverwendung der Sparkasse. Stadt und Landkreis Regensburg sollen über einen „begrenzten Zeitraum auf die Gewinnausschüttung verzichten und einer Eigenkapitalerhöhung zuführen“. Der stv. Fraktionsvorsitzende Wolfgang Gruber sieht Stadt und Landkreis in der Pflicht: „Im Wort ‚Gewinnausschüttung‘ steckt das Wort ‚Gewinn‘. Wenn dieser sinkt, sollte es für die Anteilseigner selbstverständlich sein auf Teile oder zeitlich befristet ganz auf diese Zuflüsse zu verzichten. Eigenkapital ist die Voraussetzung für die Vergabe von Krediten. Mit der Kapitalerhöhung könnte die Sparkasse jährlich 12,5 Mio. mehr Kredite vergeben. Mit dieser Maßnahme stärken wir nicht nur unser eigenes Kreditinstitut, sondern bilden auch die Basis für einen starken Mittelstand in der Region.“

Im der vierten Säule soll die Gewerbesteuerzerlegung auf den Prüfstand gestellt werden. Diese Steuer wird üblicherweise nach Lohnsummen aufgeteilt. Da sich der Standort der Zentrale in Regensburg befindet fließt auch hier der überwiegende Teil hin. Die CSU schätzt die Aufteilung auf ca. 85% für die Stadt und 15% für die Landkreisgemeinden. Kreis- und Bezirksrat Thomas Gabler stellt hierzu fest: „Der Landkreis ist von den Schließungen und damit einer Stellenreduzierung überproportional betroffen dies dürfte die Lohnsummen noch weiter zur Stadt verschieben. Die Landkreisgemeinden wären von der Gewerbesteuer nahezu abgeschnitten. Das Gewerbesteuerrecht sieht Möglichkeiten einer individuellen Vereinbarung vor. Diese sollten genutzt werden.“