Wohin mit dem Biomüll?

Wohin mit dem Biomüll?

Fast zwei Jahre wurde die Biotonne in Donaustauf getestet, nun hat der Umweltausschuss des Landkreises den Beschluss gefasst, dass der Pilotversuch eingestellt wird und die Sammelmöglichkeiten von Biomüll an den Wertstoffhöfen bestehen ausgebaut werden sollen. Der CSU-Kreisrat Wolfgang Weigert war bei dem Pilotprojekt dabei und wir ziehen Bilanz.

Hatte man keinen Komposthaufen, so war Biomüll bisher ein Fall für die Restmülltonne, jedoch sind die Vorgaben des novellierten Kreislaufwirtschaftsgesetzes klar: Biomüll muss separat gesammelt werden! Der Bioafall besteht nicht nur aus kompostierbaren Küchenabfällen und Grüngut, sondern auch aus Lebensmittelresten. Der klassische Weg den Biomüll zu sammeln wäre die flächendeckende und verpflichtende Einführung einer Biotonne. Die dadurch entstehende Kosten wären auf die Gebührenzahler umzulegen und auch war unklar, wie die Biotonne im Landkreis angenommen wird. Aus diesem Grund hatte sich der Umweltausschuss des Landkreises vor etwa zwei Jahren dazu entschlossen, ein Pilotprojekt zur Einführung der Biotonne zu starten. Um den Landkreis in seiner Struktur im Durchschnitt zu erfassen, wurde der Markt Donaustauf als Testort ausgewählt, da hier fast städtische aber auch dörfliche Baustrukturen zu finden sind. Parallel zur Pilotversuch in Donaustauf wurden an allen Wertstoffhöfen des Landkreises große Biotonnen aufgestellt. Mit extra vom Landkreis zur Verfügung gestellten Beuteln konnten die Bürgerinnen und Bürger hier an den Wertstoffhöfen ihren Biomüll entsorgen.

Nachdem der Pilotversuch nun eineinhalb Jahre gelaufen ist wurden im Umweltausschuss die Ergebnisse vorgestellt: Bei deiner Anschlussquote der (kostenlosen) Biotonne von knapp 18% aller Haushalte wurden nur knapp 20% aller gesammelten Bioabfälle mit der privaten Biotonne gesammelt, 80% des Biomülls wurde in die neu aufgestellten Tonnen auf dem Donaustaufer Wertstoffhof eingeworfen. Die Akzeptanz der Nutzer der privaten Biotonne war groß, jedoch war nur ein Teil bereit, dafür mehr Müllgebühren zu bezahlen. Die flächendecke Einführung der freiwilligen Biotonne nach dem Vorbild des Pilotversuchs würde Mehrkosten von etwa 900.000€ erzeugen, die zu einer Erhöhung der Müllgebühren von etwa 60 bis 70% führen würden. Auch die CO²-Bilanz wurde untersucht, dabei war auch überraschend, dass das Wertstoffhofsystem auch klimafreundlicher ist, da ohnehin ein Großteil der Fahrten durch die Entsorgung anderer Wertstoffe gegeben ist.

Der Pilotversuch kann vielleicht auch deshalb als Erfolg gewertet werden, da er gezeigt hat, dass die Sammlung von Bioabfällen über die Wertstoffhöfe fast genauso gut funktioniert wie über die private Biotonne: Die gesammelten Abfälle je Bürger unterschieden sich in Donaustauf nur marginal von denen anderer Gemeinden. In Summe der Argumente war dann der Beschluss im Umweltausschuss einstimmig: Der Pilotversuch wird eingestellt, eine flächendeckende Biotonne nicht eingeführt. Die Sammelstellen in den Wertstoffhöfen sollen jetzt in Absprache der Gemeinden im Angebot erweitert werden, so ist angedacht Flächen zu finden, bei denen eine Anlieferung auch außerhalb der Öffnungszeiten des jeweiligen Wertstoffhofs möglich ist. Ein Versuch in einigen Gemeinden, bei denen die Tonnen vor den Toren des Wertstoffhofs aufgestellt wurden, verlief positiv. Darüber hinaus gibt es vom Landkreis auch weiterhin eine Bezuschussung von privaten Kompostern und auch eine Biotonne kann bei größerem Anfall an Abfällen gegen Gebühr bei der Firma Meindl geordert werden.

Der Pilotversuch in Donaustauf hat in der Bevölkerung dazu geführt, dass nicht nur die Entsorgung von Bioabfällen, sondern die gesamte Wertstoffentsorgung breit diskutiert wurde. Besonders bei der jüngeren Bevölkerung war der Wunsch nach einer gelben Tonnen bzw. einem gelben Sack deutlich zu vernehmen, auf die Wertstoffhöfe möchte allerdings niemand verzichten. Die Verwaltung des Landkreises prüft derzeit, welche Rahmenbedingungen zur Einführung eines solchen Parallelsystems notwendig wären und wie eine Finanzierung aussehen würde.