Presse: BMW Ansiedlung im Landkreis gescheitert

Presse: BMW Ansiedlung im Landkreis gescheitert

BMW-Ansiedlung für Regensburg gescheitert / CSU
beklagt: Eine große Chance für Regensburg ist vertan
„Eine große Chance für die Region Regensburg ist leider vertan.“ So
bewerten die CSU im Regensburger Stadtrat, die CSU-Kreistagsfraktion im Landkreis sowie die CSU-Landtagsabgeordneten Sylvia Stierstorfer und Dr. Franz Rieger übereinstimmend die Entscheidung der BMW AG, das neue Logistikzentrum für den Versand von Ersatzteilen nicht in Obertraubling, sondern im niederbayerischen Wallersdorf anzusiedeln.
Die Fraktionsvorsitzenden Hermann Vanino (Stadt) und Peter Aumer
(Landkreis) zeigten sich betroffen: „Selbstverständlich respektieren wir diese unternehmerische Entscheidung. Trotzdem haben wir die Nachricht mit Entsetzen und großem Bedauern aufgenommen, weil damit 2.000 fast schon sicher geglaubte neue Arbeitsplätze nun doch nicht in die Region kommen.“

Damit sei erstmals seit geraumer Zeit eine herausragende
Standortentscheidung nicht zugunsten der Region Regensburg
ausgefallen: „Festzuhalten bleibt, dass der Raum Regensburg nun als
Verlierer im Standortwettbewerb dasteht. Wir hoffen, dass dies kein
Anzeichen für ein Nachlassen der hohen wirtschaftlichen Dynamik unserer Region darstellt und dass der gute Ruf unseres Wirtschaftsstandorts dadurch nicht Schaden nimmt“, betonen die Abgeordneten Stierstorfer und Rieger.
Vanino erklärte für die CSU-Stadtratsfraktion: „Wir verkennen nicht, dass sich Oberbürgermeister Wolbergs um die BMW-Ansiedlung bemüht hat.
Aber es hat sich gezeigt, dass ihm für die Komplexität solcher
Verhandlungen wohl noch die notwendige Erfahrung und die erforderliche Abgeklärtheit fehlen. Dass ausgerechnet eine solch wichtige Entscheidung in den Reifeprozess des OB fällt, ist außerordentlich bedauerlich. Es ist zu hoffen, dass der Stadt solche gravierenden Niederlagen zukünftig erspart bleiben. Die CSU hätte sich gewünscht, dass sie aufgrund ihrer Erfahrung und guten Vernetzung stärker in die Verhandlungen einbezogen worden
wäre.“
Zudem sei der Stadtrat während der monatelangen Verhandlungen zu
keinem Zeitpunkt über den Stand der Gespräche informiert worden. Dies gelte gerade auch für den sogenannten „Letter of Intent“, der
Absichtserklärung zwischen der Stadt und dem Haus Thurn und Taxis zu den Grundstückfragen. „Unter einer transparenten Beteiligung der
gewählten Gremien verstehe ich etwas anderes“, so Vanino.
Für den Landkreis erklärte CSU-Fraktionsvorsitzender Aumer: „Wir wollen hier keine voreiligen Schuldzuweisungen betreiben. Aber dass Landrätin Tanja Schweiger intensiv in die Verhandlungen über diese
Betriebsansiedlung auf Landkreisgebiet eingebunden gewesen wäre, war für uns in den vergangenen Monaten leider nicht erkennbar.“ Die Aussage Schweigers in der MZ vom Februar 2015 „Da hilft nur noch beten“ spräche jedenfalls nicht für eine aktive Rolle bei den Grundstücksverhandlungen.
„Politik als Gestaltungsauftrag sieht anders aus! Ganz zu schweigen vom Fehlen einer transparenten Informationspolitik über die notwendige Verkehrserschließung für ein Projekt dieser Größenordnung, was auch von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern, vor allem aus Obertraubling und Neutraubling, beklagt wurde“. Dass eine aktive Wirtschaftspolitik im Landratsamt offensichtlich nicht Chefsache sei, füge sich in das Gesamtbild, wonach klare Prioritäten auch nach einem Jahr der „Bunten Koalition“ unter Landrätin Schweiger noch immer nicht erkennbar seien.

 

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