Antrag #5: Bildungsregion

Antrag #5: Bildungsregion

Gut ausgebildete junge Menschen sind die wichtigste Ressource des Landkreises Regensburg in der Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts und damit ein Schlüssel für den wirtschaftlichen Erfolg der Region in der Zukunft. Die Bedeutung von Bildung und Ausbildung nimmt angesichts der demographischen Entwicklung und des zunehmenden Fachkräftemangels weiter zu. Das Bildungswesen steht zudem vor vielfältigen Herausforderungen: Ganztagsschulen, Jugendsozialarbeit, Inklusion, Fachkräftesicherung, lebenslanges Lernen und Vernetzung von Schule mit Wirtschaft und Wissenschaft sind hier als Stichworte zu nennen.

Der Kreistag möge in seiner nächsten Sitzung beschließen:

Der Landkreis Regensburg verfolgt das Ziel, allen jungen Menschen im Landkreis durch entsprechende Bildungsangebote beste Bildungs- und Teilhabechancen zu bieten. Um die Kooperation und Vernetzung der schulischen und außerschulischen Bildungsangebote, der Jugendhilfe und aller für Bildung und Ausbildung wichtigen Akteure vor Ort noch weiter zu verbessern, beruft der Landkreis Regensburg ein Dialogforum ein, das ein regionales Konzept für eine Bildungsregion erarbeiten und eine Bewerbung für das Qualitätssiegel „Bildungsregion in Bayern“ vorbereiten soll. Dabei ist ein gemeinsames Konzept von Stadt und Landkreis Regensburg anzustreben.

Begründung:

Am Bildungserfolg der jungen Menschen in einer Region wirken zahlreiche Akteure mit: Neben den Schulen, der Schulaufsicht und den Eltern auch die Jugendhilfe und die Träger der Jugendarbeit, die Kommunen, die Arbeitsagentur, die Wirtschaft mit ihren Ausbildungsbetrieben und die Weiterbildungsträger. In Zukunft wird es noch mehr auf Vernetzung und Kooperation dieser Akteure, auf gemeinsame Konzepte statt eines Nebeneinander von Einzelmaßnahmen, ankommen, um die Übergänge im Bildungswesen optimal auszugestalten, alle Talente auszuschöpfen, Schüler mit besonderem Förderbedarf mit integrierten Maßnahmen gezielt zu unterstützen und Angebote „aus einer Hand“ anzubieten (z. B. bei einer Zusammenarbeit von Schule und Jugendarbeit in der Ganztagsschule).

Deshalb hat der Kreistag bereits im Oktober 2012 in Herrsching im Rahmen des Projektes „Landkreis 2020“ eine verstärkte Zusammenarbeit und Abstimmung der einzelnen Bildungsträger in einem regionalen Bildungsforum beschlossen. Dabei wurden konkret als besondere Handlungsschwerpunkte festgelegt:

  • Informations- und Werbekampagne zugunsten der Mittelschule und der beruflichen Bildung
  • Gewinnung von Fachkräften für Mangelberufe
  • Verbesserung der Kooperation von Schulen mit Vereinen, Verbänden und Ehrenamt in der Ganztagsschule

Das Ziel, ganzheitliche Bildungsprozesse im Zusammenwirken der Schulen mit externen Partnern zu gestalten und den Stellenwert von Bildung als Standortfaktor für die Region zu verdeutlichen, verfolgt auch die Initiative „Bildungsregionen in Bayern“ der Bayerischen Staatsregierung. Dabei wird im Dialog der Akteure vor Ort ein regionales Konzept erarbeitet, wie die bestimmte bildungspolitische Ziele in der Region gemeinsam umgesetzt werden können. Am Ende dieses Prozesses steht die Verleihung des Qualitätssiegels „Bildungsregion in Bayern“.

In der Oberpfalz nehmen bereits die Landkreise Cham, Neumarkt, Schwandorf und Tirschenreuth sowie die Stadt Amberg und der Landkreis Amberg-Sulzbach an dieser Initiative teil. Der Landkreis Regensburg sollte sich – nach Möglichkeit als Region gemeinsam mit der Stadt Regensburg – ebenfalls auf den Weg machen, eine „Bildungsregion“ zu werden und in einem entsprechenden Dialogforum mögliche Handlungsfelder zu identifizieren und die Weichen dafür zu stellen.

 

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